Sie planen ein 3D-Druckteil, das draußen stehen soll oder echte mechanische Belastung aushalten muss? Dann entscheidet das Filament mehr als das Modell selbst. So finden Sie den passenden Werkstoff zwischen ASA, PETG und TPU.
Warum PLA draußen nicht hält
PLA lässt sich am einfachsten drucken, wird aber schon ab etwa 60 °C weich. Ein Teil, das in der Sonne liegt, im Auto auf dem Armaturenbrett steht oder hinter einer sonnigen Scheibe, kann sich verziehen. UV-Licht macht es zudem mit der Zeit spröde. Für alles, was der Witterung ausgesetzt ist, braucht es ein anderes Material. Die Unterschiede zwischen PLA, PETG und TPU im Überblick finden Sie in unserem früheren Vergleich im Blog.
ASA: die Wahl für Außen und UV
ASA ist dem ABS ähnlich, verträgt UV-Strahlung aber deutlich besser. Es hält mehr Hitze aus und behält sein Aussehen in direkter Sonne länger. Es eignet sich gut für eine Kamerahalterung, ein Sensorgehäuse oder ein Gartenzubehör.
Zwei ASA-Rollen mit je 250 g, in Jet-Schwarz und Aschegrau, werden hier gezeigt:
ASA braucht etwas Sorgfalt. Es schrumpft beim Abkühlen, wodurch sich Ecken vom Druckbett lösen können. Ein geschlossenes Gehäuse hilft, die Temperatur stabil zu halten. Beim Drucken entstehen außerdem Dämpfe, daher sollte der Raum gut belüftet sein.
PETG für funktionale Teile und Feuchtigkeit
PETG ist schlagfester als PLA, hält moderate Wärme aus und bleibt auch bei Feuchtigkeit stabil. Es ist ein praktischer Kompromiss für Halterungen, einfache Maschinenteile und Bauteile, die etwas Zähigkeit brauchen, ohne zu steif zu sein.
Für den Einstieg reicht oft eine Rolle mit 1 kg:

Wer häufiger druckt, fährt mit 2 kg oft praktischer:
PETG haftet stark auf der Druckplatte. Stellen Sie die erste Schicht sorgfältig ein und verwenden Sie bei Bedarf eine geeignete Haftschicht, damit sich die Teile nicht lösen.
PETG mit Glasfaser für Steifigkeit
Soll ein Teil unter Last gerade bleiben, bringt mit Glasfaser gefülltes PETG mehr Steifigkeit. Dieses Filament ist abrasiv und verschleißt Standard-Messingdüsen schnell. Planen Sie vorab eine gehärtete Stahldüse ein.

TPU für flexible Teile
TPU ist ein flexibler Werkstoff. Er eignet sich für Dichtungen, Schutzabdeckungen, rutschfeste Füße oder Teile, die Stöße aufnehmen sollen. Er druckt langsamer als PLA und braucht einen gut eingestellten Extruder, vor allem bei weichem Material.
Filament richtig trocknen
PETG und TPU nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Feuchtes Filament knistert beim Drucken, erzeugt raue Oberflächen und kann die Festigkeit mindern. Ein Filamenttrockner mit Heizung und Lüfter löst das Problem. Bei empfindlichen Materialien sollte er während des Drucks eingeschaltet bleiben.

Übersicht nach Einsatzzweck
| Einsatz | Empfohlenes Material |
|---|---|
| Teil in der Sonne | ASA |
| Mechanisches Teil, feuchteresistent | PETG |
| Steifes Teil unter Last | PETG mit Glasfaser |
| Dichtung, Schutz, weiches Teil | TPU |
| Dekoration im Innenbereich | PLA |
Fallstricke vermeiden
Prüfen Sie den Filamentdurchmesser: Die meisten Drucker nutzen 1,75 mm, manche aber 2,85 mm. Vergleichen Sie Rollen nach Gewicht, denn 250 g und 1 kg lassen sich nicht direkt pro Stück gegenüberstellen. Achten Sie bei Marktplatzangeboten auf den Verkäufer, die Versandkosten und die Garantiebedingungen. Stecker und Spannung unterscheiden sich außerdem je nach Land, also prüfen Sie den Standort des Verkäufers, wenn Sie außerhalb der EU bestellen.
Kurz gesagt: Für Außenteile beginnen Sie mit ASA. Für mechanische Teile schauen Sie sich PETG an. Und alles, was sich biegen soll, druckt man am besten aus TPU.
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